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Anne Frank und rote Nase

Was haben rote Nasen mit Anne Frank zu tun? – Diese Frage stellten sich wohl die zahlreichen Zuschauer, die am 28.6.2018 zur Aufführung des Diffkurses 9 Darstellendes Spiel gekommen waren. Im Rote-Nasen-Land gehören nur die mit Clownsnase dazu; mit Weiß-Nasen möchte niemand etwas zu tun haben. Die intensive, oft bedrückende und berührende Darstellung der Anne-Frank-Geschichte wurde immer wieder von Rote-Nasen-Szenen unterbrochen, die vom leider hochaktuellen, alltäglichen Rassismus heute erzählten: von Erlebnissen in der Bahn oder im Kindergarten.

Die Schülerinnen und Schüler überzeugten durch die Ernsthaftigkeit ihrer Darstellung. Es gelang ihnen, die Enge und Angespanntheit der Situation im Hinterhaus, aber auch die fröhlichen Momente darzustellen, Alltagsmomente, in denen Anne Streit mit ihrer Mutter hat oder sich zum ersten Mal verliebt.

Die von Heiner Binding gestaltete Bühne, betonartige, graue Tücher, unterbrochen von kleinen Fotos, auf denen Palmen und Blumenmotive Raum für Träume lassen, hob die eingeengte, angsterfüllte Atmosphäre des Stückes beeindruckend hervor. Der Differenzierungskurs 9 Kunst hatte unter seiner Leitung die Plakate und Requisiten entworfen und hergestellt; besonders gelungen war ein riesiger Kessel, in dem die Rote-Nasen-Länder den „perfekten Deutsche“ zusammenmixten.

Vielen Dank für diesen besonderen Theaterabend!

J. Schulz

 

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