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Schulverfassung

1. Präambel zur Schulverfassung

“Eine wunderbare Lehrerin, die mir nie mein rotzfreches Geschwätz verbat, mich aber zur Klärung nötigte. Heute denke ich, sie hat meinen Zorn respektiert und meine Arroganz belächelt, sie hat unsere Intelligenz herausgefordert, weil sie Menschen  einfach zutraute, dass sie der Erkenntnis und des Gewissens fähig sind.”

(Dorothee Sölle über ihre Lehrerin Marie Veit an der Kaiserin-Augusta-Schule 1947)

In den Grundsätzen des Schulprogramms der KAS spielt Menschenrechtserziehung eine zentrale Rolle.

Das Ziel der Menschenrechtserziehung ist

  • der mündige Bürger,
  • der seine eigenen Rechte kennt
  • der dieselben Rechte jedem anderen zubilligt,
  • und der bereit ist, die Verteidigung der Rechte aller Menschen – nach Maßgabe der eigenen Möglichkeiten – zu unterstützen.

Menschenrechtserziehung umfasst an der Kaiserin-Augusta-Schule

  • die Vermittlung von Sachwissen über die Menschenrechte,
  • die Schärfung des Bewusstseins für die Rechte und Pflichten jedes
    einzelnen
  • die Förderung von Engagement für die Gemeinschaft und
  • die Entwicklung und Kultivierung von Ritualen und Festen.

Die Schulverfassung der KAS ist in diesen Grundsätzen des Schulprogramms verankert. Sie enthält Regeln für das Zusammenleben und das gemeinsame Lernen, die uns helfen sollen, Menschenrechtserziehung in unserem Schulalltag praktisch umzusetzen und damit zugleich gute Lernbedingungen für alle Beteiligten zu schaffen.

Miteinander lernen können wir nur, wenn wir uns gegenseitig anerkennen, d.h. – mit Dorothee Sölle – wenn wir uns gegenseitig zutrauen, “dass (wir) der Erkenntnis und des Gewissens fähig sind.”

(Vgl. Artikel 1 der Menschenrechte: “Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.”)

Rechte allein, auch Menschenrechte sind allerdings völlig unwirksam, wenn es nicht jemanden gibt, der die Pflicht hat, diese Rechte einzulösen. Rechte und Pflichten der Menschen gehören also unlösbar zusammen.

Deshalb ist unsere Schulverfassung ein Katalog von Rechten und Pflichten von Schülern, Lehrern und Eltern. Er ist von Vertretern dieser drei Gruppen, also von Schülern, Lehrern und Eltern erarbeitet worden. Entscheidend für die Wirksamkeit ist natürlich nicht das Produkt dieser Arbeit, sondern der Prozess der Bewusstmachung, der Erprobung und der Weiterentwicklung.

In Konfliktfällen bzgl. der Einhaltung der Rechte und Pflichten gibt es die verschiedenen Beratungsmöglichkeiten, insbesondere SV-Lehrer, Beratungslehrer, Streitschlichtung.

Diese Schulverfassung stellt den Versuch dar, durch schulintern ausgehandelte Rechte und Pflichten einen Rahmen zu schaffen zur Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrags, wie er  in der Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen, in der ASchO und in unserem Schulprogramm formuliert ist.

 

2. Schulverfassung

Rechte und Pflichten von Schülern, Lehrern und Eltern

Schüler haben das Recht auf Erziehung und Bildung. Lehrer haben die Pflicht, den Erziehungs- und Bildungsauftrag zu erfüllen, d.h. den Unterricht im Sinne des Schulprogramms pädagogisch und fachlich kompetent zu gestalten.
Lehrer sind als Autorität anzuerkennen. Sie haben die Pflicht, ihre Autorität vorbildhaft auszuüben, indem sie Schüler zu eigenständigen, verantwortlichen Menschen erziehen.
Schüler und Lehrer sind gemeinsam für gute Lernbedingungen verantwortlich.Das bedeutet für Schüler und Lehrer:die Pflicht, pünktlich zum Unterricht zu erscheinen,

die Pflicht, den Unterricht vor- und nachzubereiten,

die Pflicht, die erforderlichen Materialien komplett und ordentlich geführt im Unterricht zur Verfügung zu haben,

die Pflicht, mit dem Eigentum jedes einzelnen und mit dem Schuleigentum sorgfältig umzugehen,

die Pflicht, sich rechtzeitig über wichtige Dinge im Schulalltag zu informieren,

die Pflicht, die Probleme jedes anderen ernst zu nehmen und respektvoll miteinander umzugehen,

das Recht auf rechtzeitige Information,

das Recht auf ungestörten Unterricht,

das Recht auf gerechte und faire Behandlung,

das Recht auf freie Meinungsäußerung und konstruktive Kritik,

das Recht auf Anerkennung.

Schüler haben die Pflicht, produktiv am Unterricht teilzunehmen.Lehrer haben die Pflicht, eigenverantwortliches, produktives Lernen zu ermöglichen.
Die Erziehungsberechtigten unterstützen Schüler und Lehrer bei der Wahrnehmung von Rechten und Pflichten.
Sie legen mit ihrer Erziehung die Grundlage dafür, dass ihre Kinder sich entsprechend ihren Pflichten und Rechten in der Schule verhalten können.Sie sichern zu Hause den Rahmen für die Arbeit der Schule.Sie haben das Recht auf rechtzeitige Information und Beratung.

Sie verpflichten sich, die Informationsangebote der Schule wahrzunehmen und die Mitwirkungsmöglichkeiten in der Schule aktiv zu nutzen (z.B.: Klassenpflegschaftssitzungen, Elternsprechtage).

Alle Mitglieder der Schulgemeinde haben die Pflicht, sich für die Verwirklichung der Ziele der Schule im Sinne des Schulprogramms einzusetzen.
 
 

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