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Streitschlichtung

Im normalen Schulleben kommt es immer wieder zu Konflikten von Schülern untereinander. Kleinere Streitigkeiten regeln die Schüler unter sich. Es gibt aber auch Konflikte mit Erscheinungsformen von Gewalt, wie Rempeleien, Beschimpfungen, Ausgrenzen, Beschädigung von Sachen oder Prügeleien. Diese Konflikte eskalieren oft, sind für die Beteiligten unüberschaubar und unkontrolliert und können von ihnen allein nicht mehr gelöst werden.

Sehr oft landet ein derartiger Streit von (meist jüngeren) Schülern bei einer Lehrkraft oder sogar beim Schulleiter. Dann muss im Schulalltag zügig gehandelt werden, weil der Unterrichtsablauf nicht gestört werden darf. So entscheiden und bestrafen die Lehrer schnell einen vermeintlich Schuldigen. Häufig bleiben Wut, Unmutsgefühle oder Schadenfreude zurück, zu einer echten Verständigung der „Streithähne“ kommt es nicht.

Die Grundidee unseres Projekts ist nun, Konflikte und Streitigkeiten von Schülern, wie sie ständig im Schulalltag vorkommen, durch Vermittlung anderer Schüler in einem „Schlichtungsgespräch“ so lösen zu helfen, dass die Beteiligten zufrieden sind.

Das hat vielerlei Vorteile: Zum Beispiel können jüngere Schüler sich älteren Schülern anvertrauen, ohne befürchten zu müssen, dass ihre Probleme an andere weitergegeben werden, weil die Streitschlichter sich durch Verschwiegenheit und Neutralität auszeichnen. Angst vor Sanktionen durch die Lehrer fällt ebenso weg wie Angst vor den Eltern. Das Gespräch findet in aller Regel sofort nach dem Streit und ohne Zeitdruck statt. Die Kontrahenten suchen unter Anleitung der „Schlichter“ selbst nach Konfliktlösungen und vereinbaren diese in einem für beide verbindlichen Vertrag.

Diese „Vermittler“ oder „Streitschlichter“ haben also eine sehr wichtige Aufgabe. Sie tragen entscheidend dazu bei, dass unser Schulleben durch eine friedliche Atmosphäre und eigenverantwortliches Handeln der Schüler geprägt wird.

Die Ausbildung dauert jeweils bis zum Ende des zweiten Schulhalbjahres. Sie findet in Form einer Arbeitsgemeinschaft statt. Natürlich wird die Teilnahme an der AG auch auf dem Zeugnis bestätigt. Praktisches Lernen nach dem Motto „learning by doing“ steht im Vordergrund der Ausbildung.


Hier noch ein Erfahrungsbericht einer bereits ausgebildeten Streitschlichterin:  

Ich habe in diesem Jahr an der Ausbildung zur Streitschlichterin teilgenommen, und muss sagen, dass ich sehr positive Erfahrungen gesammelt habe. So dachte ich anfangs, dass wir sehr viele Dinge besprechen würden, die ich schon vorher wusste, doch dem war nicht so! wir haben einige Beispiele zu Gestik, Mimik, und Artikulation betrachtet und besprochen und ich habe viele Dinge dazu gelernt. Besonders gut haben mir die Rollenspiele gefallen, in denen wir verschiedene Konfliktsituationen nachgespielt und später auch zu schlichten versucht haben. Dadurch habe ich gelernt, mich in die Lage aller am Streit beteiligten Personen hineinzuversetzen und sie zu verstehen. Diese Aufgaben haben uns sehr gut auf den späteren „Schlichtungsalltag“ vorbereitet. Außerdem hat es auch sehr viel Spaß gemacht, mit der Gruppe zu arbeiten, da eine angenehme Atmosphäre herrschte. Zum Schluss möchte ich sagen, dass ich mich während der gesamten Zeit sehr wohl gefühlt habe, und kann es nur weiterempfehlen, diese Erfahrung selber zu machen. 

Hanna

 

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